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Das Violette Zimmer
Maison Bonheur · VIOLETTE

Das Violette Zimmer

Hortense · Die Sprache des Gartens

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Das Violette Zimmer
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Geschichte

Hortense · Die Sprache des Gartens

Hortense kannte jede Pflanze beim Namen. Nicht den lateinischen – den eigenen. Den Namen den sie ihr gegeben hatte in dem Augenblick als sie sie zum ersten Mal gesehen hatte, klein und noch ohne Blüte, eine blosse Verheissung im Erdreich.

Sie arbeitete mit einer Stille die fast unhörbar war. Niemand hörte Hortense kommen. Man sah nur was sie hinterlassen hatte: einen Weg frisch gehackt, eine Hecke geschnitten, Veilchen zwischen den Steinen gepflanzt wo vorher nichts war. Als hätte die Erde selbst entschieden zu blühen.

Ihr Zimmer war die Verlängerung ihrer Arbeit.

Getrocknte Kräuter hingen von den Balken – Lavendel, Rosmarin, Thymian – und gaben dem Raum einen Geruch der draussen anfing und drinnen weiterging. Auf dem Tisch lagen Notizbücher voller Zeichnungen: Blätter, Wurzeln, die Form einer Knospe kurz vor dem Aufgehen. Am Fenster ein Topf mit Veilchen, immer Veilchen.

Man sagte, der Garten gehorche ihr.

Das stimmte. Aber Hortense hätte gesagt: Ich gehorche dem Garten. Ich höre nur zu.

Was Sie hier riechen – diesen Duft der dieses Haus zur Seele hat – begann in ihren Händen. Hier fing alles an.